24 heures – Design Days: Das snobistische Design ist tot, es lebe das soziale Design!

10. August 2025

Lesen Sie mehr über atelier M12 der Ausgabe von „24 heures“. 

Auszug: 

Schweizer Holz liegt im Trend

Da es im Leben aber nicht nur um die Arbeit geht, hat die Designerin auch eine Bademoden-Kollektion für Frauen entworfen, die sich einer Mastektomie unterzogen haben. Ganz beiläufig und durch kleine, subtile Details berücksichtigt das Design diese Aspekte von Anfang an. Das war früher nicht unbedingt der Fall. 


Michaël Martins vomatelier M12 eine neue Kollektion von Möbelstücken aus Schweizer Holz als Vorab-Präsentation.
Foto: Julie Masson

Die Verwendung lokaler Materialien im Design ist eine bedeutende Weiterentwicklung des ethischen und nachhaltigen Ansatzes in diesem Handwerk. Man weiß es vielleicht nicht unbedingt, aber die Schweiz ist reich an Holz. Es wird jedoch meist nur selten verwendet, da die Verarbeitung in den Nachbarländern kostengünstiger ist. Das macht aber nichts, Fabien Roy beschlossen, mit massivem Fichtenholz aus dem schönen und majestätischen Wald von Risoux im Waadtländer Jura zu arbeiten. Sein schlicht „Risoux“ genanntes Label legt großen Wert auf lokale Kooperationen, in diesem Fall mit der Schreinerei Roth in Baulmes. Inspiriert von der ländlichen Architektur besteht die Kollektion „Mazel“ aus einem Tisch, einer Bank und einem Hocker in schnörkellosem Design. 

Der Genfer Olivier Veuthey arbeitet an seinem Sessel „Live Slowly“.
Foto: DR

Um die Verwendung lokaler Rohstoffe – wie beispielsweise Wolle – zu fördern, setzt sich Lignum, der Dachverband der Fachleute der Holzbranche in der Schweiz, für die Förderung der Nutzung von Schweizer Holz ein, um den Import von Holz aus europäischen Wäldern zu vermeiden. „DieAtelier M12 präsentiert in einer Vorpremiere eine neue Kollektion von Möbelstücken aus Schweizer Holz, ebenso wie der Genfer Olivier Veuthey, der diesen wunderschönen Sessel aus Schweizer Eiche namens „Live Slowly“ von Hand fertigt“, schwärmt Patricia Lunghi im Hinblick auf die Ausgabe 2025. 

Der Sessel „Live Slowly“ aus Schweizer Eiche des Genfer Designers Olivier Veuthey.
Foto:
DR



In den Windungen seines Ökosystems dreht sich das Schweizer Design zunehmend um kleine „Kapselkollektionen“, die aus einer Zusammenarbeit zwischen einer großen Marke und unabhängigen Designern entstehen. So auch bei Micasa, das nach der sehr erfolgreichen Kollektion mit der Zürcher Marke Sula in diesem Jahr rund fünfzehn Studierenden derECALfreie Hand für eine Kollektion lässt, die Ende August 2025 in den Verkauf kommen wird. „Insgesamt wird es etwa dreißig Stücke geben, die in einer beeindruckenden Installation präsentiert werden. Ich habe sie noch nicht gesehen, aber ich weiß, dass es viele Farben geben wird – es wird fröhlich werden“, freut sich die Designexpertin.

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